Archive for the ‘deutsch’ Category

OE3RSU

Wednesday, February 17th, 2010

Two weeks ago I’ve finally — wanted to do this forever — passed the ham exam and got a callsign for austria. I had done some SWL (short wave listening) quite some time ago — including digital modes like RTTY. Now I can explore the sending side, too…Thanks to the Metafunk group @Metalab and to Mike, OE3MZC and Gerhard, OE3GSU for supporting our joint preparation.

Vor zwei Wochen habe ich endlich die Amateurfunkprüfung gemacht — ich wollte das eigentlich schon immer tun — und habe jetzt ein Rufzeichen für Österreich. Schon früher habe ich ein bisschen SWL (Kurzwellen-Hören) betrieben, inklusive digitaler Modi wie RTTY (Funkfernschreiben). Jetzt kann ich auch die Sendeseite ausprobieren… Danke an die Metafunk Gruppe im Metalab und an Mike, OE3MZC und Gerhard, OE3GSU für die Unterstützung unserer gemeinsame Vorbereitung.

PGAPy: Genetische Algorithmen mit Python

Sunday, October 25th, 2009

[Dies ist der Abstract meines Vortrags am Linuxwochenende im Metalab, die alte Version des Abstracts ist inzwischen von der Linuxwochen Homepage verschwunden...]

PGAPy ist ein Python-Wrapper für PGAPack, eine der vollständigsten Bibliotheken für genetischen Algorithmen. Die Python-Bibliothek eignet sich für eigene Experimente mit genetischen Algorithmen, aber auch für die Implementierung von kompletten Anwendungen.

Der Vortrag gibt eine kurze Einführung in genetischen Algorithmen mit Beispielen in Python. Vorgestellt wird u.a. ein Programm zum automatischen Erzeugen der bekannten Sudoku Zahlenrätsel. Dabei wird schrittweise die Bewertungsfunktion für ein Sudoku entwickelt.

Linuxwochenende 2009

Friday, October 23rd, 2009

Dieses Wochenende ist wieder Linuxwochenende im metalab, ich werde wieder einen Vortrag zu Open Money halten, ausserdem einen Lightning-Talk zu Generierung von Morse-Code als MIDI-Datei (was für einige Anwärter auf die Amateurfunklizenz vielleicht interessant ist, auch wenn das Code-Requirement inzischen gefallen ist.)

Fotovoltaik Förderung die 2.

Tuesday, September 29th, 2009

Vor kurzem habe ich ja meine Erlebnisse bei der Beantragung der Fotovoltaik-Förderung hier beschrieben. Inzwischen weiss ich dass ich nicht gefördert werde:

“In Niederösterreich stehen Förderungsmittel in der Höhe von EUR 4.750.000 zur Verfügung, mit diesen Mitteln können 426 Projekte gefördert werden. Ihr Ansuchen ist an 746. Stelle gereiht und kann daher derzeit aus dem verfügbaren Budget leider nicht gefördert werden”

Mich würde ja doch interessieren, wie anfechtbar eine Reihung nach Web-Formular-Ausfüllen ist — nach meiner Erfahrung muss es sich da um Sekunden gehandelt haben, in der Zeit haben offensichtlich über 700 Niederösterreicher vor mir eingereicht. Woher weiss ich, dass die Webserver-Ausfallzeit nicht benutzt wurde, um eigene “VIPs” mal zuerst in die Datenbank einzutragen?

Ich habs ja schonmal geschrieben: Eine Ziehung unter notarieller Aufsicht wäre fairer und transparenter.

(cc)alpsSalon: open everything

Friday, September 11th, 2009

Update 2009-09-14: Marcin from open source ecology has the video online which we showed at the event — Marcin von open source ecology hat das Video, das wir auf der Veranstaltung gezeicht haben online (video in enlish only).

Heute abend bin ich mit am Podium im Creative Commons CCalps Salon im Rahmen des Paraflows Festival zum Thema Open Everything. Ich werde auf die jetzt stattfindende Anwendung der Open Source Prinzipien die wir von der Software kennen auf andere Bereiche (Open Hardware Design) eingehen. Die Veranstaltung wird vermutlich in Englisch geführt, da Michel Bauwens, der Gründer der P2P Foundation dort sein wird.
This evening I’ll participate at the Creative Commons CCalps Salon an event in the context of the Paraflows Festival with the topic Open Everything. I’ll talk about applying the principles of Open Source we know from software development to other areas (like Open Hardware design). The event will probably be in english since Michel Bauwens, founder of the P2P Foundation will be there.

Zitat aus der Ankündigung (only in german, sorry):

Nur wenige Menschen sind in der Lage die Frage "Was ist open everything eigentlich?" auf befriedigende Weise zu beantworten, der Überblick, der durch die mind map präsentiert wird, bildet die Basis für die eigentliche Erklärung. Daher hat der (cc)alpsSalon MICHEL BAUWENS eingeladen, diese Frage zu beantworten und einen Überblick über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen in Zusammenhang mit dieser Idee zu geben und die Potentiale aufzuzeigen die für jeden gegeben sind, der/die offene Materialien, Quellen, Designs – einfach alles – anbietet und nützt.
Eine der beeindruckendsten Ausführungen dieses Ethos ist open source ecology (OSE), ein Projekt, das darauf abzielt eine open source Gemeinschaft zu schaffen, die sich auf Nachhaltigkeit, ökologische Verantwortung und die Freiheit des Individuums gründet. FRANZ NAHRADA wird diese innovative Idee genauer darstellen und wird dabei zeigen, wie das Konzept des open everything in Gemeinschaften realisiert werden kann, die willens sind Offenheit tagtäglich zu leben.
Gesellschaft wird durch viele Faktoren beeinflusst, Kultur und Technologie sind zwei der entscheidendsten. Die technische Seite von open everything bildet die Basis für eine Kultur der "Macher", die einen Wechsel von Massenproduktion hin zu selbst gemachten oder selbst entworfenen Produkten kennzeichnet. Diese do it yourself (DIY) Kultur ist abhängig von den Verbesserungen, die durch das Teilen von Erfahrungen und Ideen entstehen. RALF SCHLATTERBECK zeigt uns, wie diese Gemeinschaft funktioniert und wie sie vom Ethos des open everything profitiert.
Wann/when: 2009-09-11 19:30 Wo/where: Quartier für digitale Kultur, Quartier 21, Museumsquartier, Museumsplatz 1, 1070 Wien

Zusatzgebühren bei Orange Telefonvertrag

Thursday, September 3rd, 2009

Seit kurzer Zeit habe ich für meinen Sohn einen Telefonvertrag mit Orange. Der Vertrag beinhaltet 1GB Internet Download. Auf den letzten beiden Rechnungen schienen kostenpflichtige Downloads von sms.at auf, in der Serviceabrechnung steht unter der Rubrik "Folgende Rabatte wurden berücksichtigt" unter "1 GB inkludiertes Datenvolumen" für 255MB eine Gutschrift von 3.285,97 Euro. Das lässt ungefähr erahnen, was für eine Kostenlawine bei Überschreitung des monatlichen Datenvolumens auf einen zukommt.
Nun wollte ich also sowohl kostenpflichtige Internet-Downloads als auch eine Sperre bei Erreichen der 1GB Grenze bei der Orange Hotline einstellen lassen. Die Auskunft: Das ist leider nicht möglich, wir können aber das Internet ganz sperren. Das hab ich jetzt gemacht, ist aber eine wirklich unbefriedigende Lösung.
Hallo Orange: Ihr schafft es ja (zugegeben von RTR vorgeschrieben) auch, sogenannte Mehrwert-Rufnummern zu sperren — ohne dass man gleich das Telefon abmelden muss. Warum nicht auch kostenpflichtige Internet-Seiten? Es muss ja eine Geschäftsbeziehung zwischen Orange und sms.at geben, sonst könnte sms.at ja nicht über Orange abrechnen.
Und eine Beschränkung der Internet-Bandbreite ist bei vielen brauchbaren Providern auch problemlos möglich.
Also wünsche ich mir von Euch diesbezüglich eine Verbesserung. Sonst wechseln wir halt bei nächster Gelegenheit wieder mal den Anbieter.

Fotovoltaik Förderung

Tuesday, August 11th, 2009

Ich bin ja dabei, noch dieses Jahr eine Fotovoltaik-Anlage bei uns aufs Dach bauen zu lassen. Dazu gibt es die Klimafonds-Photovoltaik-Förderung, die ich beantragt habe. Die Presse hat ja dazu berichtet, dass der Server zusammengebrochen ist.
Der Nachfolgeartikel widerspricht sich, was den Zeitpunkt der Ausschöpfung der Förderung dieses Jahr betrifft, dort steht "Allein die Steiermark und Niederösterreich hätten innerhalb der ersten acht Stunden der Aktion 50 Millionen Euro benötigt" (zur Verfügung standen nur 18 Millionen) und etwas später "Dass es etwa einen Arbeitstag lang dauerte, bis die 18 Millionen an die Konsumenten gebracht wurden, lag am Zusammenbruch des Servers…"
Anyway, hier möchte ich jetzt kurz meine Aufzeichnungen während der Beantragung wiedergeben. Ich war kurz vor 10:00 Uhr online. Um kurz vor 11:30 hatte ich das Formular erfolgreich abgeschickt. Ein Log:
Schon am Vorabend und auch noch um kurz vor 10:00 am 4.8. hatte die Seite <http://www.klimafonds.gv.at/home/foerderungen/photovoltaik.html> einen seltsamen Tomcat-Error der auf einen Fehler in der Datenbank schliessen lässt (ein Duplicate Key). Der Link zur Anmeldung <http://www.service-publicconsulting.at/pv/> mit dem Titel "Photovoltaikförderungsantrag" war aber navigierbar und hatte ein Redirect auf <http://www.pv-service-publicconsulting.at/kkpv/> dieser wiederum führte aber zu einer Überlastungsseite <http://www.service-publicconsulting.at/pv/index_offline.html>
Nach einiger Zeit führen alle Seiten, also <http://www.service-publicconsulting.at/pv/> <http://www.service-publicconsulting.at/pv/index.html> <http://www.service-publicconsulting.at/pv/index_offline.html>
zum selben Text mit einem Link "Photovoltaikförderungsantrag (derzeit nicht verfügbar)"
Dann etwa eine Stunde später (kurz nach 11:00):
"Photovoltaikförderungsantrag (derzeit überlastet)"
Etwa um 11:15 hatten dann die direkten Links <http://www.service-publicconsulting.at/pv/> <http://www.service-publicconsulting.at/pv/index.html>
wieder ein Redirect auf <http://www.pv-service-publicconsulting.at/kkpv/> die wiederum auf <http://www.service-publicconsulting.at/pv/index_offline.html> redirectete.
Kurz darauf (kurz vor 11:30) ging dann erstmalig das Anmeldeformular als Redirect von <http://www.pv-service-publicconsulting.at/kkpv/>
Nach erfolgreicher Anmeldung bekam ich auch einen Email-Zustellversuch auf meinem Server, der aber wegen Greylisting nicht durchkam:


Aug  4 11:29:34 debian3264m postfix/smtpd[18583]: NOQUEUE: reject:
       RCPT from k969.ims-firmen.de[213.174.47.182]: 450 4.7.1
       <ralf@zoo.priv.at>: Recipient address rejected: Greylisted, see
       http://isg.ee.ethz.ch/tools/postgrey/help/zoo.priv.at.html;
       from=<pv.service@kommunalkredit.at> to=<ralf@zoo.priv.at>
       proto=ESMTP helo=<bruce.connex.cc>

10 Minuten später kam dann auch die Email durch:


Aug  4 11:39:13 debian3264m postfix/smtpd[19080]: 3D5AE814E:
       client=k969.ims-firmen.de[213.174.47.182]
Aug  4 11:39:13 debian3264m postfix/cleanup[19086]: 3D5AE814E:
       message-id=<1144469538.1283.1249378174385.JavaMail.tomcatkk@bruce.connex.cc>
Aug  4 11:39:13 debian3264m postfix/smtpd[19080]: disconnect from
       k969.ims-firmen.de[213.174.47.182]
Aug  4 11:39:13 debian3264m postfix/qmgr[29847]: 3D5AE814E:
       from=<pv.service@kommunalkredit.at>, size=5844, nrcpt=1 (queue active)
Aug  4 11:39:13 debian3264m postfix/local[19087]: 3D5AE814E:
       to=<web11_ralf@static.88-198-162-230.clients.your-server.de>,
       orig_to=<ralf@zoo.priv.at>, relay=local, delay=0.28,
       delays=0.25/0/0/0.03, dsn=2.0.0, status=sent (delivered to command:
       /usr/bin/procmail -f-)
Aug  4 11:39:13 debian3264m postfix/qmgr[29847]: 3D5AE814E: removed

Hoffen wir mal, dass sich der Aufwand von 1.5 Stunden gelohnt hat. Die Gewährung von Förderungen von der Reihenfolge der Antragstellung bei einem kaputten Server abhängig zu machen lässt natürlich viele Vermutungen über Ungerechtigkeiten zu: Woher weiss ich, dass andere nicht früher durchgekommen sind? Vielleicht haben andere Bewerber noch einige Zeit lang ein Meldung wegen Überlastung bekommen, während andere schon munter ihren Antrag ausgefüllt haben? Wäre man schneller gewesen, wenn man einen Robot programmiert hätte? Vielleicht waren Robots an der Überlastung schuld?
Mir wäre da eine Frist und eine Ziehung unter notarieller Aufsicht deutlich lieber, damit würde klar zugegeben dass es ein Glücksspiel ist …

Verletzung der Netzneutralität durch Inode/UPC

Monday, June 15th, 2009

Seit einiger Zeit bekommt man von Inode/UPC einen automatischen Nameserver (DNS) zugeteilt der bei offensichtlichen Tippfehlern (wenn ein Benutzer sich beim Namen einer Webseite verschreibt) eine Werbe- und Suchmaschine von UPC zurückliefert — statt dem Benutzer mitzuteilen, dass es diese Domain nicht gibt.

Diese Verhalten eines der wichtigsten Services im Internet — der Namensauflösung — verletzt klar die Netzneutralität wie auch schon im Jahr 2007 von Ed Felten in seinem Blog im Falle Verizon festgestellt wurde. Verizon hat wohl seither auf diese Praxis — nach vielen Protesten — wieder verzichtet. Berechtigterweise wurde UPC für diese Praxis für den Big Brother Award nominiert — die gesammelten Daten gehen offensichtlich an einen ausländischen Werbeunternehmer. Zumindest in einem Fall kommt es bei diesem Verhalten zu Probleme bei Telefonie im Internet wie einem Forum Posting zu entnehmen ist.

Schlimmer noch: UPC liefert falschen Information auch für Domains die ganz klar von jemand anderem reserviert sind. Wenn ich also nonexistent.source-forge.org ansurfe komme ich auch auf die Werbeseite von UPC — obwohl source-forge.org (ja mit Bindestrich) von dem grossen Open Source Projekthoster sourceforge reserviert ist. Hoffentlich lässt es da mal jemand auf ein Gerichtsverfahren wegen unlauterem Wettbewerb ankommen. Wäre vermutlich recht lukrativ, jedenfalls bei anderen Firmen als Sourceforge.

Mir war das bisher nicht aufgefallen, aber offensichtlich wurden ehemalige Inode-Kunden erst vor kurzem umgestellt, UPC-Telekabel Kunden offensichtlich schon früher.

Heute habe ich mich bei der UPC-Hotline beschwert. Man werde an dem Fall arbeiten und “den Fehler” beheben. Leider könne man mir keine Ticket-Nummer geben unter welcher ich meine Beschwerde nochmal urgieren kann — aber ich könne ja “in einigen Tagen” wieder anrufen. Ein Rückruf wurde mir versprochen, mal sehen ob da was kommt. Ich habe den Hotline-Bearbeiter freundlich darauf hingewiesen, dass es sich ja nicht um einen unbekannten Fehler handeln kann, wenn UPC dafür bereits für den Big Brother Award nominiert wurde.

Inzwischen habe ich einen Workaround gefunden: UPC hat die alten, funktionierenden Nameserver nicht abgeschaltet, in obigem Link des ip-phone-forums findet man funktionierende DNS-Server: 195.34.133.25 und 195.34.133.26 die man fix einstellen kann. Weitere Tips finden sich als Antwort auf mein Posting an die LUGA-Mailingliste. Die alternative ist, gleich einen eigenen Nameserver zu betreiben (unter Linux sehr einfach möglich) oder auf alternative Namenshierarchien umzusatteln wie z.B. opennicproject — auch wenn man bei Verwendung von Alternativen von einer deutschen Ministerin gleich als pädophil eingestuft wird. Es ist kaum zu glauben, was manche Politiker für einen Schwachsinn von sich geben.

Warum ich nicht mit Skype telefoniere

Thursday, May 28th, 2009

Nachdem ich immer mal wieder gefragt werde, was meine Skype-ID sei, hier meine Gründe, warum ich Skype nicht verwende:

Die Firma Skype hat früher Peer-to-Peer Filesharing-Software hergestellt (mit dem Namen "KaZaA"), Filesharing-Programme dienen zum Tauschen von Musik und anderen elektronischen Inhalten. Diese Software hat nachgewiesenermassen sogenannte “Spyware” enthalten (vgl. auch diverse Tips, wie man diese ausschalten können soll). Unter Spyware verstehen wir Programme, die unbemerkt vom Eigentümer eines Rechners diesen Rechner ausspioniert und die ausspionierten Daten via Internet an den Programmierer der Spyware schickt. Zu den ausspionierten Daten zählen Statistiken über das Besuchen von Websites bis zu Passwörtern. Was genau die von der KaZaA Spyware ausspionierten Daten sind entzieht sich meiner Kenntnis. Ich vertraue solchen Leuten meine Telefongespräche nicht an.

Es gibt eine unabhängige Analysen von Skype 2005 und 2006, nach der in der analysierten Skype-Version keine Hinweise auf Spyware gefunden wurden. Das kannn sich inzwischen geändert haben und diese Analyse sagt nichts über die Sicherheit von Skype aus:

Skype (und vorher schon KaZaA) enthalten Mechanismen, um automatisch neue Software-Versionen (teilweise ohne Wissen oder sogar Zustimmung des Benutzers) zu installieren. In einer solchen neuen Version könnte Spyware enthalten sein — oder auch nur eine Software-Fehler der vorher nicht enthalten war. Damit ist man den Herstellern der Software ausgeliefert, da es unter der Kontrolle von Skype ist, was in neuen Versionen enthalten sein wird. Man könnte auch sagen: Nach Installation von Skype gehört Dir Dein Computer nicht mehr.

Dann wird immer wieder behauptet, die Kommunikation mit Skype sei verschlüsselt. Das mag ja stimmen. Der Grund ist aber wohl nicht die Privatsphäre des Nutzers, sondern die Absicht, zu verhindern, dass andere Software schreiben, die das Skype-Protokoll spricht. Denn was nützt mir die Verschlüsselung wenn ich nicht weiss, wer den Schlüssel besitzt? Der Benutzer von Skype besitzt den Schlüssel jedenfalls nicht.

Zum Abhören hat Kurt Sauer, Leiter der Sicherheitsabteilung von Skype, auf die durch ZDNet gestellte Frage, ob Skype die Gespräche abhören könne, ausweichend geantwortet: "Wir stellen eine sichere Kommunikationsmöglichkeit zur Verfügung. Ich werde Ihnen nicht sagen, ob wir dabei zuhören können oder nicht." (vgl. den Artikel in der deutschen Wikipedia dazu bzw. direkt das ZDNET-Interview.

Hinzu kommt, dass sich Skype an keinerlei etablierte Standards im Bereich der Sprachkommunikation über Internet-Protokolle hält, ja wie Skype genau funktioniert ist nicht offengelegt, es kann also keine andere Firma derzeit Programme bauen, die mit Skype-Software zusammen funktioniert. Solche "Closed Source" Programme fördern Monopolstellungen und sind — ähnlich wie z.B. Monopolstellungen im Bereich von Nahrungsmitteln wie Genmais von Monsanto — mit erhöhter Wachsamkeit zur Kenntnis zu nehmen. Die etablierten Standards im Bereich der Sprachkommunikation stehen Punkto Sprachqualität u.a. Skype in nichts nach.

Skype hat — aus seiner Peer-to-Peer Vergangenheit — Mechanismen um durch Firewalls zu "tunneln". Diese Techniken, auch als "Firewall Piercing" bekannt, sind für die Sicherheit einer Firma gefährlich, oder wie humorvoll von einem Kollegen formuliert: "Firewall Piercings können sich entzünden und eitern".

Es gibt etablierte Standards zur Sprachkommunikation wie z.B. SIP (Session Initiation Protocol) für den Verbindungsaufbau. Es gibt Open Source Implementierungen für "Softphones", das sind — ähnlich wie Skype — Programme mit welchen über einen Computer telefoniert werden kann. Ein Beispiel ist Qutecom (früher "Wengo Phone"), eine Suche nach "Softphone" in Google sollte noch einige andere zutage fördern. Es gibt natürlich auch kommerzielle Anbieter solcher Programme (teilweise als Closed Source), der Knackpunkt liegt in einem gemeinsamen Protokoll bei dem alle mitmachen können. Es gibt inzwischen auch "Hard" phones, also ein Ding was wie ein Telefon aussieht, aber hinten einen Ethernet-Anschluss hat und SIP spricht. Sehr preiswert ist das Budgetone von Grandstream, ein weiterer Anbieter ist z.B. Snom und Cisco hat einige kleinere Anbieter wie Sipura gekauft.

Ich habe selbst keine grosse Erfahrungen mit solchen Softphones auf Windows oder MAC Plattformen. Für Erfahrungsberichte bin ich dankbar.

Dann gibt es Anbieter, die Vermittlungstätigkeiten für solche Softphones anbieten. Ein Beispiel ist sipgate, andere finden sich auf voip-info.org. Man meldet sich dort an, kann gratis mit anderen Softphones über das Internet telefonieren, bekommt bei einigen Anbietern sogar kostenlos eine Telefonnummer über die man vom Festnetz aus angerufen werden kann. Das "Businessmodell" dieser Anbieter sind Anrufe vom Internet ins Festnetz. Die kosten dann etwas, sind aber immer noch deutlich günstiger als z.B. die Telekom in Deutschland oder Österreich.

Ein weiterer SIP-Dienst ist ekiga.net vom Team des gleichnamigen Open Source Soft-Phones Ekiga, ich bin dort z.B. als rsc@ekiga.net erreichbar.

Ausserdem ist ein öffentlicher Verzeichnisdienst ENUM im Aufbau, wo man seine eigene Telefonnummer weiterverwenden kann. Damit wird es in Zukunft möglich sein, einfach eine Telefonnummer einzugeben und über das Internet den gewünschten Teilnehmer zu erreichen.

Inzwischen gibt es auch eine Open Source Telefonanlage, Asterisk. Asterisk kann sowohl ans Festnetz (ISDN aber auch eine analoge Leitung) angeschlossen werden, als auch an Internet-Telefonie mit verschiedenen Standards (SIP, IAX, H323) teilnehmen. Die Telefon-Software läuft auf einem ganz normalen handelsüblichen PC — Modelle mit niedrigem Stromverbrauch sind zu empfehlen, da ja eine Telefonanlage Tag und Nacht in Betrieb sein soll. Asterisk "spricht" bereits heute ENUM. Ausserdem kann man über Einsteckkarten ganz normale "analoge" Telefonapparate anschliessen. Dann kann man verschiedene SIP-Anbieter gleichzeitig und einen Festnetzanschluss an der selben Telefonanlage betreiben und mit einem ganz normalen Analogtelefon, oder auch mit einem Komfort-ISDN-Telefon, einem Hard-Phone (z.B. Snom), oder einfach mit einem Softphone — telefonieren. Man kann die Telefonanlage suchen lassen, ob ein bestimmter Teilnehmer über das Internet erreichbar ist oder nur über das Festnetz. Der Anrufende muss nicht mal merken ob über Festnetz oder Internet telefoniert wird.

Das geniale an Asterisk (und das Erfolgsrezept von vielen anderen Open Source Projekten) ist sein modularer Aufbau: Für verschiedene anzuschliessende Geräte oder Protokolle kann man einen "Channel Treiber" schreiben und Asterisk kann danach mit einem neuen Gerät kommunizieren. So kann ein Spezialist für ein bestimmtes Gerät oder Protokoll einen neuen Gerätetreiber beitragen.

Man kann Asterisk-Telefonanlagen miteinander vernetzen — auch über eine verschlüsselte Verbindung über das Internet, ein sogenanntes "Virtual Private Network" (VPN). Dann kann man telefonieren ohne dass Dritte die Verbindung abhören können — eine solche Installation setzt allerdings Absprachen zwischen den Betreibern der zu vernetzenden Telefonanlagen voraus.

Neuere Techniken erlauben, vorhandene SIP-Infrastruktur zu benutzen und trotzdem ohne vorherige Absprache verschlüsselt zu telefonieren. Der Schlüssel wird dabei direkt zwischen den beiden Teilnehmern ausgehandelt. Philip Zimmermann, der Autor von PGP, hat dafür den Standard ZRTP vorgeschlagen, der inzwischen bei der Internet Engineering Task-Force (dem Gremium das Internet-Standards macht) zur Standardisierung eingereicht ist.

Ich selbst verwende Asterisk seit einigen Jahren statt meiner alten ISDN-Telefonanlage.

Vorträge mISDN und Open Money

Tuesday, April 21st, 2009

Auf den Linuxwochen hatte ich einen Vortrag zu mISDN, Abstract und Folien auf meiner Homepage. Auf dem Linuxtag in Graz werde ich nächsten Samstag den Vortrag zu Open Money (natürlich in aktualisierter Form, es tut sich ja einiges) halten.


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